Forum Vermessung - Das geodätische Portal für Vermessung und Geoinformatik
04. September 2010, 20:23:51 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
 
   Übersicht   Hilfe Suche Kalender Forumregeln Partner Einloggen Registrieren  

Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: SAPOS-Referenzen  (Gelesen 212 mal)
alex
Neuling
*
Offline Offline

Beiträge: 2



Profil anzeigen
« am: 24. Juli 2010, 16:09:25 »

nun ja - ein jeder deutsche vermesser weiss, dass gps referenz stationen existieren, welche korrekturparameter fuer eigene vermessungsanwendungen liefern koennen. (kaueflich selbstverfreilich) nun habe ich einige kontroverse kritikpunkte, welche sicher einige professionelle anwender veschrecken moegen; aber ich bring es einfach mal stichpunktartig zu wort:

STATIONSSTABILITAET1 - ich meine eine jede antennenbefestigung ist signifikant different zu einer jedweder anderen innerhalb einer vernetzung (in Dtl.) - bei tageszeitlich bedingter aenderung von sonneneinstrahlung sowie temperatur- und anderen umweltbedingungs-variationen entstehen bewegungen aufgrund der befestigungsanlage dieser antenne (tagesbewegungskurve = bohnenfoermig)

STATIONSKOORDINATE - die bestimmung der stationskoordinate erfolgte 2003 in einer diagnoseausgleichung. es wurde das gemittelte tagesmittel einer oktoberwoche, welche als die kaelteste der letzten 8 jahre gilt verwendet. frei nach dem statistisch "korrektem" lotto-motto: 6 aus 49 wurde hier 1 woche aus 52 gewaehlt, welches statistisch betrachtet, schonmal als enorm geringwertig signifikante stichprobe aus dem gesamt verfuegbaren*(*ein jahr wird als grundgesamtheit aller beobachtungen angesehen, wobei bei intensiver betrachtung ebenso ein 11 jaehriger sonnenzyklus als grundgesamtheit definiert werden kann - bezueglich aequivalenter fehlereliminierung usw. . . . ) datenmaterial  angesehen werden kann, wenn man in betracht zieht, dass stationen jahreszeitlichen (/temperaturbedingten) aenderungen unterliegen.

STATIONSSTABILITAET2 - innerhalb einer jeden ueberwachungsmessung wird, - wie ein jeder vermesser weiss - bevor jedwede anderweitige berechnung statt findet, ein nachweis der stabilitaet der fixpunkte zwischen den einzelnen epochen erbracht - dies scheint bei SAPOS nicht so recht der fall zu sein (und wenn man sich eine beispielhaft aus der leica software spider das ueberwachungssoftwaretool rausgreift und reale britische stationsdaten damit  in verbindung bringt . . . shocking 3month dataplot!)

VERBESSERUNGSDATEN - ebenfalls werden die verbesserungsdaten der aktuell statt findenden messungen innerhalb des SAPOS auf o.a. effekted  daten reduziert. - alles hoechst fragwuerdig, zumindest diskussionsbeduerftig fuer mich.

wie denken andere vermesser ueber die offizielle angabe von SAPOS, 1cm im akkuraten postprocessing erreichen zu wollen? machbar realistisch oder nur imaginaerer erfahrungswert? open to discussion guys . . . .
Gespeichert
Roland
Sr. Mitglied
****
Offline Offline

Beiträge: 113



Profil anzeigen
« Antworten #1 am: 24. Juli 2010, 19:25:47 »

Guten Tag alex ...

... soll ich den AdV-Verantwortlichen mal verraten, wo Dein Auto steht ...?

Deine Fragen gehen ja Richtung Deformationsanalyse, ITRF-Stabilität. Ob ich da der Richtige bin ?
Bin ich überhaupt noch Vermesser oder nur Sessel*** ?

More seriously:
Du darfst gewiss sein, dass Du mit Deinen Überlegungen nicht alleine stehst.  
Ich weiß von zwei Quellen:
Jäger mit MONIKA
hat SAPOS-Stationen auf Stabilität überprüft. Und siehe da, er hat Instabilitäten gefunden.
Das kommt in seinen Folien nicht so klar rüber, ich glaube es ist die vorletzte.

Und eine zweite, da bin ich mit aber über den Autor nicht sicher.
Jedenfalls plädiert dieser für ebenerdige Referenzstationen.

Die sind vielleicht stabiler - aber anderen Gefahren ausgesetzt:
Ach guck mal Mama, dieser komische weiße Hut ! ---

Grüße Roland
Gespeichert
Micha
Volles Mitglied
***
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 51



Profil anzeigen WWW
« Antworten #2 am: 24. Juli 2010, 22:19:42 »

Hi,

die Qualität der ITRFs hängt ja nicht allein von GNSS Messungen ab. Das IGS Stationen auf dem Boden besser aufgehoben wären, was die Stabilität betrifft, ist wohl unstrittig. An der Fundamentalstation in Onsala (Schweden) ist dies auch so - Foto IGS Station Onsala. Neben Vandalismus ist wohl auch die mgl. Abschattung ein Problem.

Einen Vortrag hätte ich zum Thema noch im Angebot: Monitoring of SAPOS® sites using tiltmeters.

und Tschüss
Micha - diegeodaeten.de
Gespeichert

Roland
Sr. Mitglied
****
Offline Offline

Beiträge: 113



Profil anzeigen
« Antworten #3 am: 25. Juli 2010, 22:36:29 »

Hallo Micha,

ich will jetzt nicht fragen, warum man nach Onsala fahren muss, um eine IGS-Station zu sehen ...

Ich will aber fragen, was ihr im Stollen des BFO gemessen habt.
Ok, im Mittel nix - is ja eigentlich auch nix. Aber eben nur im Mittel, real zeigten die Neigungsmesser ... ja was ?

Rätselnde Grüße
Roland

Gespeichert
Micha
Volles Mitglied
***
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 51



Profil anzeigen WWW
« Antworten #4 am: 26. Juli 2010, 08:37:21 »

Hi,

ich war in Onsala zur Bestimmung des Verbindungsvektors zwischen dem IVS und IGS-Referenzpunkt. Rechtzeitig fürs ITRF2008. :-) Ich kam also so in den Genuss, mir diese Station aus der Nähe anzusehen. In Wettzell ist der IGS-Punkt jedoch auch auf einem Gebäude. Wenns Dich wirklich näher interessiert, dann melde Dich ;-)

Die Messung mit dem Nivel kommt nicht von mir bzw. ich war dort nicht involviert. Soweit ich das noch in Erinnerung habe, wurde dort versucht, eine Kalibrierung zu machen. Das BFO bot sich wohl an, weil man von sehr stabilen Umgebungsparametern ausgehen konnte. Man wollte ausschließen, ob sich die Plattform, auf den die Instrumente sitzen, sich verformen zB durch Temperaturänderungen. Alles weiter kann Dir Andreas (vom GIK natürlich) sicher besser erklären.

Gruß
Micha
Gespeichert

alex
Neuling
*
Offline Offline

Beiträge: 2



Profil anzeigen
« Antworten #5 am: 26. Juli 2010, 23:02:26 »

ja ich sehe schon, dass ueber eine gewisse zeit (monate &/oder jahre) referenzpunkte von- oder gegeneinander zur ausgangsepoche divergierende resultate aufweisen. (sub - mm) und das ist auch gut so, anderenfalls muesste man die theorie der geodynamik bezweifeln.
jedoch wollte ich eher auf die kurzfristigen aenderungen hinaus (tagesverlauf, . . . woche), welche aus der einfachen tatsache der natuerlichen temperaturaenderung herbeizufuehen ist.
ich erklaere:
eine jede station ist individuell (systemuneinheitlich) je nach umgebung irgendwie irgendwo angebracht. im simpelst theoretisch beispielhaften fall befinden sich referenz A auf ebenen grund und benachbarte station B auf dem dache eines mehrstoeckigen verwaltungsgebaeudes. A wird theoretisch auch bei zugewinn oder verlust thermischer energie wenig, wenngar ueberhaupt keine, hoehenaenderung aufweisen. B muesste ein thermoresistentes beton-stahl konstrukt unter sich baendigen um dergleichen zu erreichen. Und an dieser stelle darf ich anmerken, dass die differenz zwischen minimum und maximum eines monats in deutschland etwa 25K betraegt. (im jahr differieren die extrema locker etwa 50K) Nun will ich ja nicht der miesepeter sein, der da deutsche oekobauweise anzweifelt, jedoch meine ich, dass mehrere meter hoehen- und mehrere Kelvin themperaturdifferenz in kombination gefaehrlich nahe gewisse mm-grenzen angreifen.
die lage bsp.-haft zu analysieren ist etwas komplizierter, weist jedoch prinzipiell signifikante similaryties auf, wenn es um wirkung geht . . . .
ich bin mir sicher, dass sich katasterliche belange durch kurzfristige aenderungen wenig beeindruckt zeigen (mehr langfristig), wenn jedoch praeziese anwendungen diskutiert werden wird's haarig. (man ueberdenke man bestimme selben punkt im winter(nachts) als auch sommer(tags) unter verwendung eines referenznetzes . . . - die korrekturparameter jedoch beziehen sich auf eine niedliche oktoberkoordinate von 2003)
Gespeichert
Micha
Volles Mitglied
***
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 51



Profil anzeigen WWW
« Antworten #6 am: 27. Juli 2010, 07:55:16 »

Hallo,

was die GNSS-Stationen tun, weiß ich nicht. Fürs das Radioteleskop in Wettzell habe ich das untersucht. Der Tagesgang des 20m Teleskops ist vgl.weise gering; vgl. Permanentüberwachung des 20m VLBI-Radioteleskops

Wer eine präzise Messung mit GNSS machen will, kann auch mit einer eigenen Referenz arbeiten und Basislinien im post-processing auswerten und muss nicht auf SAPOS zurückgreifen. Ansonsten kann die GNSS Messung als Relativmessung betrachtet werden und auch hierbei ergibt sich das Problem der mgl. Netzverzerrung nicht mehr. Innerhalb der Auswertung kann dieses Problem also locker umgangen werden und stellt kein Problem dar - so meine Erfahrung.

Gruß Micha
Gespeichert

Roland
Sr. Mitglied
****
Offline Offline

Beiträge: 113



Profil anzeigen
« Antworten #7 am: 30. Juli 2010, 22:32:25 »

Hallo,

da ich nicht mehr ruhig schlafen konnte, habe ich mich auf die Suche gemacht

Abschlussbericht zur Diagnoseausgleichung 2003
Nur 72 Seiten.
Gleich morgen fang ich an.

Ernsthafter: Das wäre derUrsprungsbericht, reinschaun werde ich mal.
Zumindest soll ja ein systematischer Effekt im Zentimeterbereich vorliegen, genauer zwei, in der Höhe und in Nord-Süd-Richtung.

Grüße Roland
« Letzte Änderung: 31. Juli 2010, 10:09:32 von Roland » Gespeichert
Roland
Sr. Mitglied
****
Offline Offline

Beiträge: 113



Profil anzeigen
« Antworten #8 am: 05. August 2010, 22:10:53 »

... Lesen alle noch ?

Dann will ich nicht stören ...

Roland
Gespeichert
Roland
Sr. Mitglied
****
Offline Offline

Beiträge: 113



Profil anzeigen
« Antworten #9 am: 11. August 2010, 21:28:15 »

Hallo,

also ich hab' ja nicht angefangen.
Wenn man die Möglichkeit lokaler Stationsvariationen einräumt, dann hat man zum Zeitpunkt der Netzausgleichung nur eine Momentaufnahme. Jetzt weiß ich nicht, wie Micha die Relativmessungen verstanden haben will, aber eine 'falsche' Stationskoordinate bleibt eine falsche Stationskoordinate.

Oder?
Roland
Gespeichert
Micha
Volles Mitglied
***
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 51



Profil anzeigen WWW
« Antworten #10 am: 12. August 2010, 09:54:34 »

Hi,

[quote autIn hor=Roland link=topic=128.msg465#msg465 date=1281554895]
jetzt weiß ich nicht, wie Micha die Relativmessungen verstanden haben will, aber eine 'falsche' Stationskoordinate bleibt eine falsche Stationskoordinate.
[/quote]

Das bezog sich auf die Auswertung von GPS-Messungen (zusammen mit terrestrischen Beobachtungen) und nicht auf die Bestimmung der Stationskoordinaten von SAPOS. Bei Relativmessungen muss ich die Stationskoordinaten nicht (bzw. nur genähert) kennen. (Bei absoluten GPS reicht auch eine Näherung, da eine Translation mitgeschätzt werden kann)

Gruß Micha
Gespeichert

Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  




Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.11 | SMF © 2006-2009, Simple Machines LLC
SimplePortal 2.3.2 © 2008-2010, SimplePortal
| Impressum | Sitemap
Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS
www.a-junge.de - Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits



Seite erstellt in 0.559 Sekunden mit 25 Zugriffen.

Google visited last this page 20. August 2010, 05:39:55